Dieses Meerestier heißt Steinfisch, weil es wirklich einem Stein ähnelt – einem ziemlich hässlichen Stein. So hässlich wie ein Stein mit Augen, Maul, Kiemen, Flossen und giftigen Stacheln überhaupt nur aussehen kann. Nicht, dass die Giftstacheln selbst das Tier so übel erscheinen lassen. Es ist vielmehr die Tatsache, dass es sehr gefährlich ist (eigentlich sogar tödlich), die es so bedrohlich wirken lässt.
Der Steinfisch ist ein Verwandter anderer Scorpaenidae, wie beispielsweise der Skorpionsfisch und der Feuerfisch. Abgesehen von dem schönen Feuerfisch (Pterois Volitans) neigen die Scorpaenidae zu Giftigkeit und ‚Hässlichkeit’. Der Gefährlichste unter ihnen ist der Synanceia Verrucosa, der Steinfisch.
Der Steinfisch schwimmt nicht, sondern bewegt sich sehr langsam und vollzieht kleine Sprünge. Am liebsten hält er sich in einem Korallengarten mit sandigem Boden auf. Aufgrund seiner einmaligen Tarnung ist der Steinfisch sehr berüchtigt: man kann ihn kaum erkennen, egal ob er auf einem sandigen Boden, vor einem Korallenblock oder einer Formation von Steinkorallen liegt. Da das menschliche Auge ihn fast nicht von seinem Hintergrund unterscheiden kann, müssen Tauchführer und Fotografen genau wissen, wo ein Steinfisch zu finden ist. Zum Glück neigt der Steinfisch zur Trägheit und verbleibt deshalb über Wochen und sogar Monate an der gleichen Stelle, an dem gleichen Korallenblock oder sandigen Abhang. Er ist imstande, seinen natürlichen Bestand an Fasern um seinen Körper der Farbe des Seetangs anzupassen, um einem Stück toter Koralle zu ähneln.
Nur dank drei wichtiger anatomischer Eigenschaften kann das menschliche Auge ihn überhaupt ausmachen: den Kiemen, die sich immer dann bewegen, wenn der Fisch atmet; dem Maul, das einem mürrisch dreinschauenden Halbmond gleicht und der Augen, die sich oben auf seiner Stirn befinden. Wie alle Scorpaenidae saugt der Steinfisch sein vorbeiziehendes Opfer förmlich ein und verwendet sein Gift nur zur Verteidigung, doch nicht um Beute zu machen.
Wie bei den meisten giftigen Fischen (und einigen Reptilien) bildet der Körper des Steinfisch ein Gift, das auf Eiweiß basiert. Da dieses Gift thermolabil ist, sollte eine Person, die zufällig von einem Steinfisch gestochen wurde, den betroffenen Körperteil in bis zu mind. 60 °C erhitztes Wasser tauchen. Eine Temperatur, die sicherlich unangenehm ist und brennt – doch ist es besser, Verbrennungen zu erleiden, als zu sterben.
Der Stich eines Steinfisches verursacht derart heftige Schmerzen, dass betroffene Taucher aufgrund starker Krämpfe unter Umständen nicht mehr an die Oberfläche zurückkehren können. Da sich der scheue Steinfisch jedoch gerne in verborgenen Spalten aufhält und sich kaum bewegt, passieren solche folgenreichen Verletzungen äußerst selten.
Die Gefahr, die vom Steinfisch ausgeht, lässt ihn für erfahrene Taucher und Fotografen noch attraktiver werden. Doch sollte sie uns auch daran erinnern, wie wichtig korrektes Verhalten im Wasser ist. Hierzu zählt eine optimale Tarierung und das Befolgen des obersten Gebots zum Schutz der Unterwasserwelt, nämlich nichts zu berühren.
Ein ausgewachsener Steinfisch kann 20 bis 40 cm lang sein. Gerne wird er mit einem Buckel-Drachenkopf (Scorpaenopsis Diabolous) verwechselt, der gleichfalls über Tarnfähigkeiten verfügt. Er unterscheidet sich aber in der Position und Aussehen des Mauls, da dieses fast horizontal verläuft, währenddessen das Maul des Steinfischs mehr gekrümmt ist. Der Kopf des Steinfischs ist voller Warzen, der des Buckel-Drachenkopfs ist glatt. Der Mund des Steinfischs befindet sich auf gleicher Höhe wie der Rest des oberen Körperteils und sein Kopf ist wahrhaftig völlig von Warzen bedeckt.
In den Wintermonaten findet üblicherweise die Paarungszeit statt. Dann färbt sich der Steinfisch pink oder dunkelrot mit weißen Flecken um seine Warzen (die Giftdrüsen), damit er von potentiellen Liebespartnern schneller entdeckt wird. Nur in dieser Jahreszeit lässt sich ein Steinfisch leichter ausmachen, da diese Farben selten dem Hintergrund ihres Liegeplatzes entsprechen.
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